Katrin Eder wirbt für verbindlichere Hochwasserpartnerschaften

Kooperationsvereinbarung zur überörtlichen Hochwasservorsorge unterzeichnet – Wanderausstellung eröffnet – Förderbescheid in der Höhe von 570.000 Euro von Umwelt- und Klimaschutzministerin übergeben – Geschäftsführerin der Hochwasserpartnerschaft Ahr bestellt

Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder hat sich bei einem Besuch im Ahrtal erneut für verbindlichere Hochwasserpartnerschaften ausgesprochen. „Sie wissen: Es ist mir ein Anliegen, dass wir es schaffen bei der Hochwasservorsorge verbindlicher zu werden. Daher unterstütze ich es ausdrücklich, dass die Kommunen sich hier an der Ahr unter dem Dach einer Kooperation zusammentun, um einen Plan für Maßnahmen der überörtlichen Hochwasservorsorge zu entwickeln“, erklärte sie. „Als Klimaschutzministerium werden wir die Ahrtal-Kommunen weiterhin aktiv auf dem Weg zu einer besseren Hochwasservorsorge begleiten“, ergänzte die Ministerin in der Kreisverwaltung Ahrweiler im Beisein von Landrätin Cornelia Weigand, dem Präsidenten der SGD Nord, Wolfgang Treis und Achim Juchem, dem Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft. Im Foyer der Kreisverwaltung wurde eine Wanderausstellung der Hochwasserpartnerschaft Ahr zu Bausteinen der Hochwasservorsorge eröffnet.

Die Klimaschutzministerin betonte, wie wertvoll die neue Ausstellung für eine gute und leicht verständliche Information der Bürgerinnen und Bürger ist. Die Ausstellung wird verschiedene Bausteine des überörtlichen Hochwasservorsorgekonzepts der Hochwasserpartnerschaft darstellen. Zudem werden das Projekt „Wissenschaftliche Begleitung der Wiederaufbauprozesse nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen: Impulse für Resilienz und Klimaanpassung (KAHR)“ sowie die Hochwasserpartnerschaft selbst präsentiert. Die Ausstellung wurde von der Hochwasserpartnerschaft Ahr in Zusammenarbeit mit dem Klimaschutz- und Umweltministerium sowie der Kreisverwaltung Ahrweiler konzipiert. Auch das HKC-Mobil des Hochwasser-Kompetenz-Centrums wird am ersten Tag der jeweiligen Ausstellungszeiträume dabei sein und die Bürgerinnen und Bürger vor Ort zum wirtschaftlichen und praxisgerechten Umgang mit dem Thema Hochwasser beraten.

Landrätin Cornelia Weigand hob die Bedeutung der Ausstellung hervor: "Es ist wichtig, den Menschen im Kreis, die sich konkret mit den Fragestellungen rund um überörtliche, örtliche und persönliche Hochwasservorsorge beschäftigen wollen, Möglichkeiten zur Information zu bieten. Und die Ausstellung gewährt gute Einblicke in die vielschichtigen Aktivitäten der Hochwasserpartnerschaft ‚Ahr‘ bis hin zur begleitenden Forschung. Damit können wir die bisher geleistete Arbeit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen."
„Heute ist ein Tag, an dem ganz besonders greifbar wird: Hier ist ganz viel in Bewegung - für die Menschen im Ahrtal, aber auch für alle anderen Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer. Denn Hochwasservorsorge ist nicht nur entlang der Ahr ein Thema! Daher war es mir wichtig, auch in Koblenz ein Informationsangebot zu schaffen, indem wir vielen Menschen, die an unseren Flüssen leben, die Ausstellung ab Mitte Oktober bei uns in der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord zeigen", so SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis.

Begleitend zur Eröffnung der Wanderausstellung wurde auch eine „Kooperationsvereinbarung zur Erstellung eines Planes zur Umsetzung und Weiterentwicklung von überörtlichen Maßnahmen aus den örtlichen Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepten“ zwischen der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, der Stadt Remagen, der Stadt Sinzig, der Gemeinde Grafschaft, der Verbandsgemeine Adenau, der Verbandsgemeinde Altenahr, der Verbandsgemeinde Bad Breisig, der Verbandsgemeinde Brohltal und dem Landkreis Ahrweiler geschlossen.  Achim Juchem, der Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft, unterzeichnete das erste Exemplar symbolisch. Die Kooperation sorgt nicht nur für mehr Verbindlichkeit; der Plan soll zudem technische und natürliche Hochwasser- und Starkregenvorsorgemaßnahmen sowie Maßnahmen der Gewässerunterhaltung beinhalten. Dabei wird das gesamte Gebiet des Landkreises Ahrweiler betrachtet.

In diesem Zusammenhang wurde auch ein Förderbescheid übergeben. Die aktuelle Bewilligung ist eine Zuwendung an den Landkreis Ahrweiler in Höhe von 571.000 Euro. Die Mittel dienen als Zuschuss zur Finanzierung der Kosten des Plans zur Umsetzung und Weiterentwicklung von überörtlichen Hochwasservorsorgemaßnahmen (konzeptionelle Entwicklung). Die 571.000 Euro umfassen 90 Prozent der Kosten. 

Schließlich führte der Präsident der SGD Nord, Herr Wolfgang Treis, Martina Ludwig als neue Geschäftsführerin der Hochwasserpartnerschaft Ahr offiziell in ihr Amt ein. Sie nimmt diese Aufgabe seit dem 1. September wahr, nachdem die Geschäfte bis dahin durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des „Kompetenzzentrums Hochwasservorsorge und Hochwasserrisikomanagement“ kommissarisch geführt wurden. Die Stelle wird komplett über das Umwelt- und Klimaschutzministerium finanziert.