QR-Codes machen Wiederaufbau transparenter

Auch wenn man nicht überall Bagger und Bauarbeiter sieht, so geht der Wiederaufbau auch in Sinzig und Bad Bodendorf an der Ahr voran. Mit mehr als 40 QR-Codes möchte die GEWI (Gesellschaft für Entwicklung, Wiederaufbau und Innovation mbH) für mehr Information und Transparenz der Wiederaufbauprojekte sorgen, so Geschäftsführerin Sofia Lunnebach im Interview.

Wird der Sportplatz wieder aufgebaut? Und wann und wie? Was ist mit den kaputten Schulen und Kindergärten, wie geht es weiter mit dem Aufbau von Brücken und der Sanierung von Spielplätzen? Auch eineinhalb Jahre nach der Naturkatastrophe an der Ahr herrscht bei vielen Bürgern im Tal Ungewissheit darüber, wie der Wiederaufbau in ihrer Stadt oder ihrem Dorf weitergeht. Und das, obwohl öffentliche Mitteilungsblätter, Tageszeitungen, Hörfunk, Fernsehen und die Medien im Internet täglich berichten. Um noch mehr Transparenz in den Wiederaufbau zu bringen, geht die Gesellschaft für Wiederaufbau in Sinzig neue Wege. Seit Jahresbeginn hat sie an 43 Stellen, wo der Wiederaufbau stattfinden soll, Tafeln mit QR-Codes angebracht. Wer die Codes mit seinem Smartphone scannt, kann sich so in Sekundenschnelle über den Stand der Dinge beim jeweiligen Aufbauprojekt informieren. 

Video: https://www.youtube.com/watch?v=_Ht-i4IjAH8

Die Schilder im DIN-A4-Format wurden in den von der Flut betroffenen Bereichen in der Sinziger Kernstadt und in Bad Bodendorf angebracht. Etwa am Sinziger Schulzentrum oder am zerstörten Radweg in Sinzig und Bad Bodendorf.  Die Idee, die dahintersteckt, erklärt Sofia Lunnebach, Geschäftsführerin der GEWI, wie die Kurzformel für die Gesellschaft für den Wiederaufbau lautet.  „Immer wieder hören wir die Kritik, dass noch sehr wenig oder auch nichts seit der Flut passiert ist. Über die QR-Codes schaffen wir eine neue Art der Kommunikation und können den Menschen erläutern, dass im Hintergrund im Bereich Planungen Schritt für Schritt viel passiert.“ Nur weil noch kein Bagger angerollt sei, heiße das nicht, dass nicht im Hintergrund die Vorbereitungen für die Wiederaufbauprojekte laufen. Lunnebach und ihre KollegInnen wissen auch, dass in der öffentlichen Wahrnehmung des Wiederaufbauprozesses nicht berücksichtigt wird, dass eine Baugenehmigung bis zu sechs Monate oder auch länger dauern kann. Insbesondere vor dem Hintergrund der Naturkatastrophe vom Juli 2021 und den zahlreichen Bauprojekten, die von Antweiler bis Sinzig jetzt genehmigt werden müssen. 

Überall, wo die Schilder zu finden sind, wird etwas in baulicher Hinsicht geschehen, auch wenn faktisch noch nichts zu sehen ist. Ob das der Wiederaufbau der Mensa im Sinziger Schulzentrum ist oder die Tennisanlage des TC Bad Bodendorf. Die Schilder sind jedoch nicht nur für die besorgten Bürger von Interesse. Wie die GEWI festgestellt hat, nutzen auch Touristen die Gelegenheit, sich digital über den Wiederaufbau zu informieren. Nach und nach soll das Angebot in Sinzig und Bad Bodendorf noch ergänzt werden. Sofia Lunnebach kann sich aber gut vorstellen, „dass der Grundgedanke der QR-Code-Schilder auch in anderen betroffenen Städten und Gemeinden an der Ahr eine gute Möglichkeit ist, mehr Transparenz in den Wiederaufbau zu bringen.“